Lymphabfluss

Die Mitbehandlung der Lymphabflussgebiete ist ein wichtiger Bestandteil der chirurgischen Tumortherapie.

Chirurgische Behandlung der Lymphabflussgebiete

Die Lymphe ist die Gewebeflüssigkeit, die außerhalb der Körperzellen und außerhalb der Blutgefäße gelegen ist. Diese Flüssigkeit wird über die Lymphbahnen abtransportiert. Die Lymphknoten sind in diesem System eine Art Filter. Unser gesamter Körper ist von einem System feiner Lymphbahnen durchzogen. Bereits bei einer kleinen Entzündung kommt es zur lokalen Schwellung und Anreicherung von Gewebswasser, und die dazugehörigen Lymphknoten schwellen an.

Das Lymphgefäßsystem kann aber auch der Verbreitung von Tumorzellen dienen. Es können sog. lymphogene Tochtergeschwülste (Metastasen) entstehen. Auch können Lymphknoten selbst der Ausgangspunkt für bösartige Gewebsneubildungen sein.

Halten Lymphknotenvergrößerungen über einen längeren Zeitraum (ca. 3 Wochen) an und ist die Ursache hierfür nicht offensichtlich, so ist dies abzuklären.

Lymphknoten lassen sich im Ultraschallgerät sehr genau vermessen. Überdies steht uns neben dem klinischen Untersuchungsbefund die Darstellung über Schichtbildgebungen  (Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)) zur Verfügung. Mittels weiterer Verfahren ist es möglich, die Stoffwechselaktivität in Lymphknoten zu beurteilen (z.B. mittels Positronenemissionstomographie). Anhand dieser Untersuchungen ist die Lymphknotenbeschaffenheit beurteilbar und es lassen sich Verlaufskontrollen machen.

Bei einer über einen längeren Zeitraum bestehenden Lymphknotenveränderung sollte nach Abklärung aller möglichen Ursachen eine Probenentnahme durchgeführt werden. Hierzu wird üblicherweise der komplette, veränderte Lymphknoten entnommen (Lymphknotenextirpation). Die Proben werden im Labor histologisch aufgearbeitet. Denn nur eine histologische Untersuchung unter dem Mikroskop durch einen Facharzt für Pathologie kann die endgültige Diagnose liefern. Je nach Lage und Größe eines Lymphknotens ist es möglich, Lymphknotenentfernungen in einem Dämmerschlaf oder in einer kurzen Narkose durchzuführen. Der operative Zugang ist klein und wird ästhetisch günstig in Hautfalten gelegt, so dass die entstehenden Narben kaum sichtbar sind. Diese Behandlung kann entweder tagesstationär oder im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes durchgeführt werden.

Onkologische Lymphknotenentfernung

Bösartige Geschwülste haben die Eigenschaft, dass sie Tochtergeschwülste (Metastasen) ausbilden können. Je nach Ursprungsgewebe kann dies über die Blutbahn (hämatogen) oder über die Lymphwege (lymphogen) erfolgen. Viele Krebsarten im Kopf-Hals-Bereich metastasieren lymphogen. Daher ist die Mitbehandlung der Lymphwege bei diesen Erkrankungen ein notwendiger Bestandteil der Krebsbehandlung. Üblicherweise werden daher im Rahmen einer Tumoroperation im Kopf-/Halsbereich die abführenden Lymphknoten mitbehandelt; je nach Lage des Tumors handelt es sich um unterschiedliche Abflussbahnen.

Anders als bei Geschwülsten der Haut (schwarzer Hautkrebs oder Melanom) hat sich die Technik des Aufsuchens eines sogenannten. „Wächterlymphknotens“ (sog. „sentinel lymph node“) für die meisten Tumoren im Kopf-/Halsbereich nicht durchgesetzt. Eine Biopsie des vermeintlichen Wächterlymphknotens im Kopf-/Halsbereich bietet unserer Erfahrung nach keine ausreichende Sicherheit, eine lymphogene Ausbreitung ausschließen zu können.  Das Lymphabflusssystem im Kopf-/Halsbereich ist sehr komplex aufgebaut, so dass häufig nicht nur ein bestimmter Wächterlymphknoten existiert, sondern Lymphknotenstationen übersprungen werden können.

Welche Lymphknotenstationen mitbehandelt werden sollten, hängt neben dem histologischen Ursprungsgewebe der bösartigen Geschwulst auch von den klinischen und bildgebenden Untersuchungsergebnissen (z.B. Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) oder Positronenemissionstomographie (PET) ab.

Es ist wichtig, für jeden Patienten  ein individuelles Behandlungskonzept in einem persönlichen Gespräch zu finden. Wir betreuen Sie von Anfang an persönlich, und sie haben während ihrer gesamten Behandlung den gleichen Ansprechpartner. Dies gilt auch im Rahmen der onkologischen Nachsorge.

Gerne stehen wir Ihnen für ein beratendes Gespräch zur Verfügung.