Navigierte Chirurgie

Die computergestützte navigierte Chirurgie kann für eine korrekte Wiederherstellung komplexer Knochenbrüche im Gesichtsbereich notwendig sein.

Eine der größten Herausforderungen an den Gesichtschirurgen ist die Wiederherstellung komplexer dreidimensionaler Strukturen wie der Augenhöhle. Bei Unfällen im Gesichtschädelbereich ist der Wangenknochen (Jochbein), der die seitliche und untere Begrenzung der Augenhöhle darstellt, in ungefähr 40 % der Fälle betroffen. Die Jochbeinfraktur stellt somit die zweithäufigste Fraktur im Gesichtsbereich dar.

Ist die Augenhöhle von einer Fraktur betroffen, wird dies nicht unmittelbar von Ihnen selbst wahrgenommen. Denn obwohl die knöcherne Struktur beschädigt ist, verändert sich die Lage des Auges durch die begleitende Schwellung im Frühstadium häufig nicht wesentlich. Dadurch wird auch die Sinneswahrnehmung nicht wesentlich beeinflusst.

Lässt die Schwellung nach dem Unfall nach, werden die Auswirkungen eines Gesichtsbruchs mit Augenhöhlenbeteiligung offenbar. Verändert sich die Lage des Auges, ist es dem Gehirn nicht mehr möglich, die abweichenden Bilder der beiden Augen zu koordinieren. Folglich kommt es zu Doppelbildwahrnehmungen.

Die Wiederherstellung der gebrochenen Augenhöhle ist umso schwerer, je mehr Bruchstücke vorliegen. So fehlen beispielsweise bei Trümmerfrakturen anatomische Landmarken und die anatomisch korrekte Rekonstruktion ist ohne moderne technische Hilfsmittel kaum möglich.  Ein solches Hilfsmittel stellt die navigierte Chirurgie dar. Diese Technik bietet den Vorteil, dass auch bei einer kompletten Zertrümmerung der betreffenden Knochen eine anatomisch korrekte Wiederherstellung möglich ist. Die Information zur symmetrischen Rekonstruktion wird von der Gegenseite gewonnen, welche computerunterstützt auf die verletzte Seite gespiegelt werden kann. Auf diese Weise kann die verletzte Seite detailgetreu wiederhergestellt werden.

Diese moderne Technik ermöglicht es uns, Ihnen trotz erhöhtem Aufwand vor der Operation, eine detailgetreue, dreidimensionale Wiederherstellung der Orbita zu gewährleisten. Durch diese Verfahren werden belastende Korrekturoperationen umgangen, die in der Regel durch Vernarbung deutlich erschwert sind.

Ebenso bei in Fehlstellung verheilten Frakturen ist die Technik der navigierten Chirurgie sehr hilfreich. Anhand von Schichtbilddarstellungen (Computertomographie, Magnetresonanztomographie) lässt sich das Ausmaß der Verletzung feststellen und im Vorfeld eine individuelle detailgetreue Planung und Wiederherstellung der Augenhöhle simulieren. So lässt sich für die Korrekturoperation ein individuelles Implantat konstruieren, welches den gebrochenen Augenboden oder sogar mehrere Wände des Auges ersetzen kann.

In der Operation wird in der Regel durch einen minimal-invasiven Zugang, der im nichtsichtbaren Bereich liegen sollte, intraoperativ (während der Operation) eine Stellungskontrolle mit computerassistierter Navigation durchgeführt. Die Gefahr der zusätzlichen Weichgewebsverletzung wird deutlich vermindert.

Gerne stehen wir Ihnen für ein beratendes Gespräch zur Verfügung, denn es geht um Ihr Gesicht.